Wichtige Fragen zur Unternehmensnachfolge

12. Dezember 2011

afz-Gespräch Wiebke Anton:  Betriebsnachfolge

 Vor einer Betriebsübergabe bzw. -übernahme gibt es viel zu klären. Wann ist der ideale Zeitpunkt, Sie einzuschalten?

 Grundsätzlich gilt für jedes Unternehmen, den Nachfolgeprozess in den langfristigen strategischen Zielen ganz natürlich mit zu verankern. Bestenfalls existiert ein Datum, zu dem sich alle Beteiligten treffen und eine erste Bestandsaufnahme zum Thema erarbeiten. Optimaler Weise werde ich hierzu gebucht und führe durch dieses Workshop. Das erweist sich als nützlich, weil sowohl sachliche als auch emotionale Themen aufkommen können und es jemanden gibt, der den objektiven Überblick behält.

 Wo liegen die Knackpunkte bei der Übernahme innerhalb der Familie und bei einem externen Nachfolger?

 Oft werden Nachfolger in der Familie mit anderen Augen gesehen als externe Nachfolger. Das kann ein Vorteil und ein Nachteil zu gleich sein. Die Nachfolger sind eben auch noch Sohn, Tochter und möglicherweise Ehemann. Das führt oft zu Vermischungen in den Anforderungen und bedarf der klaren Trennung. Tradition und Werte spielen eine große Rolle in Familienunternehmen. Einem externen Nachfolger gesteht man häufig nicht zu, dass er sich genauso leidenschaftlich für das Unternehmen einsetzt wie ein Familienmitglied dies tun würde.

Wie laufen die Besprechungen in groben Zügen ab?

Es geht um Klarheit. In einem Workshop wird eine gemeinsame Marschroute festgelegt. Jeder bringt sich mit ein und wird am Ende wissen, was er wirklich will. Auch externe Berater wie Steuerberater sind hier gefragt und werden hinzugezogen.

 Welche Voraussetzungen sind erforderlich?

 Der grundsätzliche Wille muss bestehen, dass das Unternehmen langfristig erfolgreich aufgestellt sein soll. Der Übergeber sollte den Impuls haben, dass sein Unternehmen ihn überdauern soll. Am Ende sollten alle Beteiligten einen Zugewinn im Nachfolgeprozess sehen.

Arbeiten Sie mit Anwälten und Steuerberater zusammen?

Alle Beteiligten, auch die externen Berater, müssen in eine Richtung navigieren, damit der Nachfolgeprozess erfolgreich ablaufen kann.

Wo stecken die größten Probleme in der Nachfolgeregelung von Familienunternehmen?

Es geht um sachliche, vor allem aber auch um emotionale Themen. Eine Nachfolge erscheint für einen Übergeber nicht immer erstrebenswert, da er sich selbst scheinbar mit der Nachfolge weg rationalisiert und oft nicht mehr als wichtig erlebt. Das kann man durch strategische und rechtzeitige Planung vermeiden – es geht um Perspektive für alle Beteiligten und die werden gemeinsam erarbeitet.

Was sind die schlimmsten Fehler?

Pauschalisierungen und Annahmen darüber, was die anderen Beteiligten denken und wollen – es braucht eine offene Kommunikationsstruktur: Die schafft man sich, in dem alle Beteiligten sich regelmäßig geplant zum Projekt Nachfolge treffen und den Masterplan zur Unternehmensnachfolge abarbeiten – ein Soll-Ist-Abgleich. Der beste Vorsatz nützt nichts, wenn er nicht umgesetzt wird.

Was wird oft zu wenig bedacht?

Die Emotionen der Beteiligten und die Dynamik von Familienunternehmen. Es gilt immer wieder zu überprüfen und zu ermutigen, über das zu sprechen, was einen beschäftigt – am besten durch professionelle und lösungsorientierte Unterstützung.

Können Sie ein laufendes Verfahren noch retten, wenn bereits Etliches schief gelaufen ist? Und worauf kommt es dabei an?

Grundsätzlich ist alles möglich! Der Wille zur Änderungen des derzeitigen Zustands ist Voraussetzung.

Leading from behind

12. Dezember 2011

Leading from behind – Aus dem Hintergrund führen

Führung ist wahrscheinlich die herausforderndste Aufgabe eines Unternehmers. Ein guter Chef wird man nicht von heute auf morgen – es braucht Zeit und kontinuierliche Entwicklung; auch persönlich.

Was alle top erfolgreichen und außerordentlichen Chefs gemeinsam haben ist die Fähigkeit, sich selbst nicht so wichtig zu nehmen sondern sein Team in den Mittelpunkt zu stellen. Wer einmal erkannt hat, dass der Erfolgsfaktor eines Unternehmens seine Mitarbeiter sind, der weiß, dass es sich lohnt, die eigenen Führungskompetenzen zu überprüfen und weiter zu entwickeln:  „Leading from behind“: Läuft alles gut, bleibt der Chef im Hintergrund; sehr wohl den Überblick behaltend.

Jedoch stellt er seinem Team mehr Fragen als dass er Lösungen vorgibt. Er fördert ihre Selbstkompetenz und suggeriert damit sowohl Ansehen und Anerkennung als auch Respekt. Er gibt seinen Mitarbeitern das Gefühl, dass er an sie glaubt. Nur wenn es wirklich brennt geht ein exzellenter Chef an die Spitze und übernimmt die Führung solange, bis sich der Sturm wieder gelegt hat. Er fungiert dann als Orientierungs- und Haltepunkt.

 
Vertrauen ist das größte Geschenk, das Sie Ihren Mitarbeitern machen können und macht Sie als Arbeitgeber übrigens extrem attraktiv. Studien zeigen, dass die außerordentlich erfolgreichen Unternehmen, die mehr als 20 Jahre erfolgreich sind,  immer exzellente Chefs haben, die eine gemeinsame Fähigkeit besitzen:
Sie managen Ihr Team, schauen, welche Fäden jetzt gerade nützlicher Weise gezogen werden müssen, damit das Zusammenspiel optimal funktioniert und überprüfen Ihre Führungskompetenz regelmäßig!

Wie sieht es aktuell bei Ihnen aus?

Richten Sie sich eine wiederkehrende Aufgabe in Outlook und notieren Sie regelmäßig (mindestens wöchentlich), was Ihnen in Bezug auf Führung in der letzen Woche gut gelungen ist; das unterstützt Sie und konditioniert Sie.

Vom Erdulder zum Gestalter!

28. Mai 2011

 

logo_FU Hinfallen ist nicht schlimm – nur liegen bleiben!

In unserer Gesellschaft wird oft mit Verachtung auf diejenigen geschaut, die gerade einen schlimmen Misserfolg erleben, ihren Job verlieren, sich wohlmöglich mit einer Insolvenz konfrontiert sehen. Menschen, von denen wir meinen, dass sie uns nicht das Wasser reichen könnten, nur weil sie ihren großen Coup und das, was sie eigentlich erreichen wollten, noch nicht vollzogen haben.

 Es gibt unterschiedlichste Möglichkeit, mit diesen scheinbar negativen Erfahrungen umzugehen. Wie steht man wieder auf, nachdem man einen derben Schlag hinnehmen musste? Die Positive Psychologie hat in den letzten Jahren Antworten gegeben:

Kennen Sie den Begriff des Stehaufmännchens? Diese Menschen haben begriffen, was es heißt, Widerstandsfähigkeit zu entwickeln und Misserfolge zu nutzen. Machen wir uns nichts vor: Die wird es immer wieder geben; jeder von uns erlebt sie, so ist das Leben.

 Scheinbar haben die einen mehr Misserfolge als die anderen, oder gehen einige wetterfeste Menschen nur anders mit ihren Misserfolgen um? Manche bleiben nach einer Krise liegen, sind wie gelähmt und ziehen sich komplett zurück – sie geben auf und erdulden ihr Schicksal! Ihnen fehlt noch etwas: Resilienz! Die gute Nachricht ist: Resilienz kann man erlernen. Die Fähigkeit, Misserfolge zum Anlass für persönliche Entwicklung zu nehmen, kann trainiert und konditioniert werden.

 Was erfolgreiche Menschen, die Gestalter ihres Lebens sind, von nicht erfolgreichen unterscheidet, ist die Fähigkeit, nützliche Erkenntnisse aus Negativerlebnissen zu ziehen und die folgenden Punkte zu reflektieren:

  • Was hätte ich aus heutiger Sicht in der Krise gebraucht?
  • Wissen, dass an allem, was wir erleben, etwas Gutes dran ist!
  • Die Schuldfrage nicht zu stellen – erfolgreiche Menschen wissen, dass es nur unterschiedliche Einflüsse und Zusammenhänge gibt!
  • Was hätte ein Mensch, den ich für sehr erfolgreich halte und den ich bewundere, in meiner Situation getan?
  • Welche konkreten Schritte kann ich jetzt gehen, um das Erlebte zum Positiven zu wenden?
  • Wer kann mir dabei helfen? Lernen Sie aus der Natur und nutzen Sie die Intelligenz aller!

 Resilienz fasziniert nicht nur mich als Coach. Auf einem Workshop mit Prof. Martin Seligman, Mitgestalter der Positiven Psychologie und erfolgreicher Bestsellerautor (Der Glücksfaktor), sind sich alle Experten einig gewesen:

Wir können uns selbst konditionieren und widerstandsfähiger machen.

 Jeder kennt den Vergleich: Ein gefülltes Glas mit Wasser steht vor ihnen – was meinen Sie? Ist es halb voll oder halb leer? Beides ist richtig – Sie geben den Dingen ihren Wert; das Leben ist immer einverstanden mit Ihnen. Es antwortet und spiegelt Ihnen Ihre Einstellung. Ein einfaches und extrem effektives Tools, das ich Ihnen mit auf den Weg geben möchte:

 The heliotropic effect – notieren Sie jeden Abend vor dem Schlafen die drei Dinge des Tages, die Ihnen am Tag gut gelungen sind und warum Sie Ihnen so gut gelungen sind; wichtig: Sie legen den Stift nicht aus der Hand, bis Ihnen drei Dinge eingefallen sind, und sie tun dieses für mindestens sechs Monate! Erwiesenermaßen  und wissenschaftlich belegt werden Sie nach kurzer Zeit Ihren Blick auf die Dinge und Ihre Einstellung positiv geändert haben.

 Ich wünsche Ihnen viel Spaß und Experimentierfreude – bleiben Sie neugierig!

Ihre Wiebke Anton

Einzelkämpfer sind out!

30. März 2011

Image_socialmedia_farbeHeute verrate ich Ihnen, wie Sie erfolgreich kommunizieren und zum Beziehungskünstler werden

Wieso überhaupt kommunizieren? Es könnte doch auch jeder für sich wissen, was er will und einfach drauf losarbeiten?

Vielleicht fragen auch Sie sich, wieso Ihr Gegenüber Sie einfach nicht versteht oder verstehen will? Können die anderen sich denn nicht denken, worum es Ihnen geht – es ist doch offensichtlich?!

Ganz so einfach ist es leider nicht – denn, wir können nicht nicht kommunizieren.

Kommunikation bedeutet teilen und wir teilen uns immer mit, ob wir wollen oder nicht, verbal oder nonverbal.

Es ist egal, ob Sie verbal kommunizieren, was Sie wollen oder nicht, Ihr Gegenüber, ob Partner oder Mitarbeiter, bekommt entweder von Ihnen gesagt wofür Sie stehen oder er nimmt es einfach an – so können Missverständnisse entstehen – er macht sich seine eigene Geschichte daraus – sagen Sie es lieber gleich und zwar konkret und messbar.

Die Krönung einer gelungenen Kommunikation ist es, wenn Sie zusätzlich noch erklären, worum es Ihnen bei der Sache geht, welchen Sinn Sie mit der Verfolgung dieses Ziel erfüllen!

So “funktionieren” Menschen am besten; sie müssen erkennen, welchen Vorteil es bringt, wenn sie sich ebenfalls diesem Ihrem Ziel verschreiben sollen oder an dessen Erreichen mitgestalten sollen – hierbei können Sie gut aus der Natur lernen:

Am Beispiel der Schwarmfische kann man erkennen, wie die Intelligenz aller genutzt wird – nach außen ist der Schwarm für andere Fische als ein großer zu erkennen und wird von potenziellen Feinden in Ruhe gelassen, er erscheint viel zu stark und mächtig. Die Schwarmfische folgen zwei oder drei Leitfischen, die scheinbar Sicherheit und Zielgenauigkeit ausstrahlen; sie wissen genau, wo es langgehen soll – weil die Schwarmfische in dieser Genauigkeit und Sicherheit einen Mehrwert sehen, folgen sie ihm und bringen sich ein!

Der souveräne Kommunikator ist ebenfalls ein guter Zuhörer – er nimmt wahr, was sein Gegenüber mitteilt, schenkt ihm Aufmerksamkeit und seine Zeit!

Schauen Sie doch einmal um sich und nehmen Sie wahr, worum es Ihrer nächsten Umwelt geht – vielleicht haben Sie viel mehr Gemeinsamkeit als Sie dachten und können sich gegenseitig pushen?

Ich wünsche Ihnen viel Neugier und Spaß beim Ausprobieren –

Sonnige Grüße Ihre Wiebke Anton.